Sozialkompetenztraining

Zum Schwerpunkt Gewaltprävention wird inzwischen in allen Klassen Klasse2000 durchgeführt, ein Programm in der Grundschule zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtvorbeugung, das die Kinder von Klasse 1 bis 4 begleitet.

Auch andere Programme wie z.B. Leos Welt mit dem Löwen Leo zählen jährlich zu unseren Bestandteilen während der Sozialkompetenztage, denn die beste Vorbeugung gegen Sucht und Gewalt ist die Förderung der persönlichen Fähigkeiten und Stärken der Kinder.

Das Trainingsprogramm «Leos Welt» wurde für Kinder des Primarstufenbereichs zum Erwerb von sozialen Kompetenzen entwickelt. Das Trainingsprogramm verfolgt das Ziel, ab dem ersten Schultag grundlegende soziale, emotionale und kommunikative Fähigkeiten bei den Kindern zu fördern. Das bildet die Grundlage für ein soziales Miteinander in der Klassengemeinschaft, für tragfähige Beziehungen sowie für eine harmonische Lern- und Arbeitsatmosphäre

Die Kinder aller Klassen arbeiten viel mit ihrem Freund Leo, der in jedem Klassenzimmer zu finden ist und die Kinder begleitet bei Themen wie:

  • Meine Freunde und ich
  • Miteinander sprechen
  • Wie geht es mir? - Wie geht es dir?
  • Miteinander sprechen
  • Ereignis - Gedanke - Gefühle – Verhalten
  • Cool bleiben
  • Wie wollen wir miteinander umgehen?
  • Gewaltfreie Sprache

Oft wird die Projektzeit auch begleitet vom Gewaltpräventionsprogramm der Polizei. Mit Begeisterung stellen sich unsere Viertklässler auf die darin enthaltenen Lerninhalte ein.

Dass die Vermittlung sozialer Kompetenz im schulischen Alltag von sehr großer Bedeutung ist, zeigt sich im täglichen Miteinander. Immer wieder erleben Kinder und ihre LehrerInnen, dass es zu Unstimmigkeiten kommt, dass Konflikte entstehen, dass man an Grenzen stößt, die es schwer machen, gemeinsam die Probleme zu klären und zu bereinigen. Der Bildungsaspekt der Schule steht meist im Vordergrund und Schulen befinden sich permanent inmitten eines Spagates zwischen Bildungs- und Erziehungsarbeit. Es fehlt die Zeit, es fehlt der Raum, es fehlt das Personal – denn wie kann eine Lehrkraft den Pausenstreit von wenigen Kindern besprechen und klären, wenn die anderen Kinder darauf warten, ihre Aufgaben in Mathe erklärt zu bekommen und ihre Lehrerin die Aufsicht über die gesamte Klasse hat.

In unserer Eigenständigkeit als Schule dürfen und müssen wir Freiräume und Zeiten installieren, in denen die Kinder lernen und erleben dürfen, wie wichtig es ist, dem Anderen im täglichen Umgang Verständnis, Vertrauen und Respekt entgegenzubringen. Sie dürfen lernen, dass für die Auseinandersetzung mit Problemen und Konflikten Zeit vorhanden sein muss, um nach Lösungen zu suchen, und dass es wichtig ist, dabei achtsam und rücksichtsvoll miteinander zu agieren.

Die Dinge klären und die Menschen stärken (H.v.Hentig)

Wir versuchen den Kindern mit viel Spaß und gemeinsamen (Rollen-)Spielen, mit Liedern und Geschichten, mit verschiedensten Aktivitäten und im Sport, nahezubringen, dass

  • sie ihre Gemeinschaft stärken können und einander "tragen" können,
  • sie mit anderen kooperieren und gemeinsam Lösungen in Konfliktsituationen finden können,
  • dass es wichtig ist, die eigenen Gefühle auszudrücken und seine negativen Gefühle, wie Wut oder Aggression zu kanalisieren,
  • sie „cool“ mit Provokationen und Hänseleien umgehen können und ihr Selbstbewusstsein gestärkt wird
  • sie achtsamer mit sich selbst und untereinander sein können und sie in der Wahrnehmung für andere sensibilisiert werden,
  • sie bei Konflikten Problemlösestrategien anwenden können.

Die Projekttage im Herbst sind somit immer ein Auftakt für eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Fortführung dieses Sozialkompetenztrainings. Auch in der Folgezeit und vor allem im täglichen schulischen Alltag wird das Erlernte immer wieder thematisiert und wiederholt, damit es verinnerlicht werden kann und den Kindern hilft, Vertrauen und Zuversicht in menschliche Interaktionen aufzubauen. Auch die Eltern können das Sozialkompetenztraining unterstützen, indem sie interessiert und aufmerksam an den Erzählungen ihrer Kinder teilnehmen und die schulischen Inhalte in das familiäre Leben integrieren.

Es sollte uns allen viel daran liegen, dass unsere Kinder "( …) die Freude am Bewahren und Schützen (…) der Natur, des Kleinen, Schwächeren, Verletzlichen, der vorgefundenen Ordnung, der ihnen selbst gewährten Freundlichkeit, Sicherheit und Rechte“ (Bildungsplan 2004) empfinden und schätzen lernen.

Mit den Programmen Klasse 2000, mit Leos Welt, mit Rangeln und Raufen, mit der Giraffen- und Wolfssprache, mit Starke Kinder und dem  Polizei-Gewaltpräventionsprogramm nehmen die Sozialkompetenztage in unserem Schulprogramm einen festen Platz ein und können im stürmischen Wellengang des Schullebens jederzeit als hilfreicher Anker ausgeworfen werden.